On this page, cookies are needed if you want to use the full range of the page. Please activate cookies and refresh that page. After refresh a cookie management dialogs will be available.

The cookie settings on this website are set to 'allow only strictly necessary' to give you the very best experience. If you continue without changing these settings, you consent to this - but if you want, you can change your settings at any time at the bottom of this page. Our cookie policy

 

Newsletter für die Öffentliche Hand

INST_62_96_Teaser3_Newsletterabo

Informationen zu relevanten Themen per E-Mail

 
 

Bisherige Ausgaben
auf einen Blick

 
 

Innovative Videotechnik im öffentlichen Raum

Öffentliche Räume, die im Zusammenhang mit dem Öffentlichen Personenverkehr (ÖPNV) stehen, können aufgrund tatsächlicher und gelegentlich auch nur angenommener Unsicherheiten zu „gemiedenen Orten“ werden, an denen man sich nicht sicher fühlt. Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, insbesondere auch das der älteren Menschen, wird dadurch nicht unerheblich beeinträchtigt. Ziel muss es sein, Kriminalität an diesen Orten zu verhindern und damit das Sicherheitsgefühl zu stärken. Dabei ist der Einsatz intelligenter Videotechnik, bei Bedarf kombinierbar mit gezieltem Personaleinsatz, zielführend. Der auf diese Weise entstehende Sicherheitsverbund begründet verbesserte Bedingungen an bisher „unsicheren Orten“.

 

Bildschirm-Arbeitsplatz eines ÖPNV-Leitstandes

 

Innovative Videoüberwachung kann wesentliche Grundlage eines sehr effizienten Technik- und Personaleinsatzes sein:

• So ermöglicht die „Intelligente Videoanalyse“ (IVA) das Erkennen von Unregelmäßigkeiten. Dabei sind Einzelereignisse definierbar, die die jeweilige Übertragung auszulösen (dazu gehören das sog. „Herumlungern“, das Ausspähen von Tatgelegenheiten, das Wegnehmen oder Abstellen von Gegenständen, das Überschreiten virtueller Linien etc.). Durch Übertragung dieser Feststellungen in Sicherheitszentralen können entsprechende Reaktionen ausgelöst werden.

Anmerkung: Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang, dass damit eine permanente, üblicherweise sehr personalintensive Beobachtung von Videoaufnahmen auf einer Vielzahl von Monitoren entfällt. Der Bildschirm wird nur noch dann aufgeschaltet, wenn etwas Bedeutsames detektiert worden ist. Ein Mensch befindet dann darüber, ob Maßnahmen einzuleiten sind.

• Auf diese Weise gewonnen Liveerkenntnisse können zudem der Steuerung der Sicherheitskräfte im operativen und ggf. ermittelnden Bereich dienen.

• Darüber hinaus lassen sich aufgrund aktueller Videobeobachtungen vordefinierte „Besondere Lagen“ („gefährliche Menschenansammlungen in Gleisnähe“ etc.) identifizieren und weitere Lage-aufklärung betreiben.

• Zudem erlauben die Videoaufzeichnungen, die für definierte Zeiträume gespeichert werden, auch im Nachhinein ein Durchsuchen nach bestimmten Merkmalen. Täteridentifikation und damit Straf-verfolgung können insoweit optimiert werden.

• Den besonderen Anforderungen des Datenschutzes wird u. a. durch das "Ausblenden“ von nicht relevanten Örtlichkeiten und ggf. Situationen im ansonsten überwachten Bereich, dem sehr rest-riktiven Zugang zu den Aufzeichnungen sowie der Vorgabe strikter Löschungsregeln Rechnung getragen.

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass für den öffentlichen Raum, insbesondere in Bezug auf exponierte Örtlichkeiten (Bahnhöfe etc.), vermehrt gefordert wird, die in Rede stehende Technik einzusetzen. Durchgängig ist anerkannt, dass die intelligente Videoüberwachung geeignet ist, Gefah-ren- und Kriminalitätsbrennpunkte zu entschärfen.

Wird entsprechende Technik eingesetzt zeigen Studien, dass die Zahl krimineller Delikte in den elekt-ronisch überwachten Bereichen sinkt, die Aufklärung von Straftaten zunimmt und die Zahl der Täter-festnahmen steigt. So vermeldet die Bundespolizei für das Jahr 2013 in Bezug auf Bahnanlagen und Züge des Bundes die Aufklärung von mehr als 1.000 Straftaten mittels stationärer Videotechnik; darü-ber hinaus konnten über 700 tatverdächtige Personen ermittelt werden. Die Deutsche Bahn verkündete im Jahre 2013, dass sie die Videoüberwachung auf ihren Bahnhöfen ausweiten und in den kom-menden fünf Jahren rund 40 Millionen Euro in neue Kameras investieren wird.

Fazit: Intelligente Videoüberwachung sollte zum Schutz der Bürger und des Eigentums an „un-sicheren Orten“ eingesetzt werden. Dies dient sowohl der Gefahrenprävention als auch der Strafverfolgung und damit dem Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.

Autor
Jürgen Hohnen
Staatssekretär a.D.