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auf einen Blick

 
 

Metropolregionen und Urban Security

In Europa lebt heute der weit überwiegende Teil der Bevölkerung in urbanen Räumen. In Deutschland betrifft das etwa 85 % der Einwohner. Dabei sind in der Bundesrepublik u. a. die Großstädte Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart zu nennen. In urbanen Räumen wird es vermehrt zum Einsatz von Smart-grids, IT-Technologien und E-Mobility kommen. Hier zeigen sich besondere Herausforderungen in Bereichen der Sicherheit. Urban Security muss sich diesen neuen Herausforderungen stellen und komplexe Konzepte sowie intelligente und vernetzte Sicherheitslösungen entwickeln. Um den Dialog mit den beteiligten Akteuren voranzutreiben, wird Bosch Sicherheitssysteme im Herbst 2012 in Berlin den Zukunftsdialog Urban Security starten.

 
 

Metropolregionen in Deutschland

Das Konzept der europäischen Metropolregionen in Deutschland bildete sich ab den 1990-er Jahren heraus, zuvor war die „Stadtlandschaft“ Deutschlands in Politik und Planung traditionell von Oberzentren, Verdichtungsräumen und Ballungszentren geprägt. Die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) kennzeichnete zunächst sieben große Verdichtungsräume mit herausragender nationaler und internationaler Bedeutung und Rolle im Städtesystem als Metropolregionen und bezeichnete sie als „Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung mit guter Erreichbarkeit auf europäischer und internationaler Ebene und weiter Ausstrahlung auf das Umland“.

Mit dem Raumordnungsbericht 2005 und der Neuformulierung der Leitbilder und Handlungsstrategien der Raumentwicklung in Deutschland durch die MKRO 2006 erhielt der Ansatz der Metropolregionen Ausformung. Es wurden nun die elf Metropolregionen benannt, die heute im Initiativkreis Europäische Metropolregionen in Deutschland IKM zusammengeschlossen sind.

Die Leitbilder und Handlungsstrategien der Raumentwicklung in Deutschland konzentrieren sich auf die Themen:

  • Wachstum und Innovation
  • Daseinsvorsorge sichern
  • Ressourcen bewahren, Kulturlandschaften gestalten.

Das Leitbild „Wachstum und Innovation“ strebt danach, räumliche und wirtschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden. In allen Regionen des Bundesgebiets sollen

  • Spezialisierung und internationale Profilierung der Branchen- und Wissenscluster unterstützt,
  • Stärken gestärkt,
  • Partnerschaften zwischen Stadt und Land gestärkt und
  • Impulse für eine verbesserte Selbstorganisation, regionale Wachstumsbündnisse und die Profilierung der Regionen gesetzt werden.
 

Funktionen von Metropolregionen

Während in vielen Analysen die Bevölkerungszahl als wichtiges Kriterium herangezogen wird, folgt die deutsche Diskussion dem Ansatz von Hans-Heinrich Blotevogel, der Metropolregionen nach Metropolfunktionen definiert und betrachtet. Dieser Ansatz wurde im Rahmen der Diskussion um die neuen Leitbilder der Raumordnung durch Bund, Länder und die deutschen Metropolregionen weiter entwickelt.

  • Die Entscheidungs- und Kontrollfunktion einer Metropolregion richtet sich nach der Zahl und Bedeutung von Entscheidungszentren der öffentlichen Hand, der Wirtschaft und der Finanzwelt.
  • Die Innovations- und Wettbewerbsfunktion drückt sich durch die Generierung technisch-wissenschaftlicher, sozialer und kultureller Innovationen aus, gemessen z. B. durch die Zahl der Studierenden an Hochschulen, die Anzahl von Sonderforschungsbereichen oder die Besucher von Theatern.
  • Die Gatewayfunktion hebt auf die Einbindung der Metropolregionen und nationale und internationale Waren-, Personen- und Informationsströme ab. Indikatoren sind z. B. Abfahrten von Hochgeschwindigkeitszügen, Passagiere an Flughäfen, Güterumschlag, Messebesucher und Verlage.

Diese Funktionen geben ein Abbild der Leistungsfähigkeit und internationalen Einbindung der Metropolregionen, dienen aber auch der Schwachstellenanalyse, um Strategien für Politik und Public-Private-Partnerships zu entwickeln.

Metropolregionen sollen zur Erreichung von Wachstum und Innovation in einer Wissensgesellschaft einen besonderen Beitrag leisten. Strategien für und in Metropolregionen sollen sich konzentrieren auf

  • den gezielten Ausbau der großräumig bedeutsamen Verkehrsinfrastruktur zur interregionalen Vernetzung der Metropolregionen einschließlich der Ausstrahlungseffekte auf das Umland,
  • die Wahrnehmung gemeinsamer Verantwortung in großen Verflechtungsräumen durch „Bottom-up“-Prozesse für stabile regionale Organisationsformen und wachsende Steuerungskompetenz,
  • die Förderung der europäischen Perspektive der Metropolregionen durch Internationalisierung in den Regionen und Präsenz auf der europäischen und internationalen Bühne und
  • die Etablierung von Räumen und Netzen der Wissensgesellschaft durch Bündelung und Vernetzung von Innovationsförderung sowie regionales Wissensmanagement.
 

Quelle, auszugsweise: IKM Initiativkreis Europäische Metropolregionen in Deutschland und Bosch ST/SAG2

Autor:
Walter Tauffenbach
Bosch Sicherheitssysteme GmbH