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Newsletter für die Öffentliche Hand

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Vernetzte „Öffentliche Sicherheit“

Die Gefahrenabwehr ist in Deutschland vielfach isoliert organisiert. Bei großflächigen Bedrohungslagen stoßen daher die klassischen Mittel der Gefahrenabwehr an ihre Grenzen und es kann zu Engpässen kommen. Um für zukünftige Bedrohungslagen gewappnet zu sein, ist ein Umdenken hin zu neuen Sicherheitslösungen erforderlich. Am Fraunhofer FOKUS wurde daher das Innovationzentrum Öffentliche Sicherheit gegründet und verfolgt mit seinen Partnern das Konzept der „Vernetzten Sicherheit“.

Wenn öffentliche Sicherheit den Schutz aller Funktionen und Strukturen des Staates betrifft, dann muss sie auch von allen Teilen der Gesellschaft gemeinsam getragen werden. Derzeit stößt aber die dezentrale und zum Teil isolierte Organisation der Gefahrenabwehr – technisch, organisatorisch sowie innerhalb und zwischen den öffentlichen und privaten Verantwortungsträgern – bei extremen Bedrohungslagen an ihre Grenzen. Das 2012 gegründete Innovationszentrum Öffentliche Sicherheit setzt hier an und unterstützt eine Vernetzung auf ganz unterschiedlichen Ebenen.

Plattform für domänenübergreifenden Austausch

Das Innovationszentrum Öffentliche Sicherheit ist angesiedelt am Berliner Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fraunhofer FOKUS) und wird geleitet durch Prof. Dr.-Ing. Jochen H. Schiller, Lehrstuhlinhaber für Technische Informatik an der Freien Universität Berlin. Die starke Anbindung an den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) spielt eine zentrale Rolle, da IuK heute in alle gesellschaftlichen Bereiche hineinreicht und damit eine grundlegende Vernetzungsfunktion übernehmen kann. Den fachlichen Input für das Innovationszentrum Öffentliche Sicherheit wiederum liefern Entsandte von Bundes- und Landesbehörden (z. B. Polizei, THW), die für einen bestimmten Zeitraum gemeinsam mit den Forschern am Fraunhofer FOKUS in interdisziplinären Teams Konzepte und Projekte bearbeiten und so den nötigen Wissensaustausch sicherstellen. Unterstützt wird das Innovationszentrum zudem durch den Erfahrungsschatz und die Kontakte profilierter Vertreter aus Politik, Polizei und Krisenmanagement.

Forschungslabor für Vernetzung von Technologien

Um den fachlichen Austausch auch in konkrete Lösungen zu überführen stellt das Innovationszentrum Öffentliche Sicherheit derzeit gemeinsam mit renommierten Wirtschaftsunternehmen eine besondere Arbeitsumgebung fertig, das safety lab. Als Forschungslabor und Demonstrationsraum bietet es einen lösungsunabhängigen und partnerschaftlichen Rahmen, um Sicherheitstechnologien und produkte miteinander zu vernetzen, zu prüfen und in einem ganzheitlichem Kontext zu demonstrieren. Dies trägt auch dazu bei, die rechtlichen, organisatorischen, sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen neuer Ansätze im Bereich der Öffentlichen Sicherheit frühzeitig zu beleuchten und deren praktische Umsetzung zu initiieren.

Das Prinzip „citizen first“ (dt. „Bürger zuerst“)

Mit Sicherheitslösungen, die intelligent aus Sicht der Menschen und zu deren Nutzung entwickelt sind, kann die Bevölkerung zum Beispiel bei eskalierenden Gefahrenlagen frühzeitig und effektiv in die Gefahrenabwehr eingebunden werden. Und zwar in doppelter Hinsicht: Einerseits als diejenigen, die letztendlich die „Nutzer der Sicherheit“ sind. Hier gilt: Erst ein wahrnehmbarer Nutzen im Alltag der Menschen schafft das notwendige Vertrauen in neue Technologien. Das bedeutet, dass die Technologien aus Nutzersicht konzipiert und umgesetzt werden müssen, um langfristig in deren Alltag verankert werden zu können. Andererseits zeigen Untersuchungen, dass - anders als oft dargestellt - Menschen in Gefahrenlagen oftmals gerade nicht panisch und irrational reagieren, sondern verantwortlich und besonnen agieren. Unter der Voraussetzung, dass die Bevölkerung schnell und adäquat informiert wird, kann sie also wichtige Fuktionen als Multiplikator und Ersthelfer erfüllen und auch weitergehend eingebunden werden. Auch dies fordert einen Perspektivwechsel in der Entwicklung neuer Sicherheitslösungen: Weg von der alleinigen Sicht der Sicherheitsfachleute und Einsatzkräfte hin zur transparenten Einbindung der betroffenen Menschen – nach dem Motto: „citizen first“ (dt: „der Bürger zu erst“).

Von der Sicherheit der Bürger zur Gebäudesicherheit

Ein Beispiel einer solchen Sicherheitlsösung aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger ist das Warnsystem KATWARN als Smartphone-App. Es steht kostenlos zur Verfügung und ist mittlerweile in vielen Landkreisen und Städten in Deustchland fest verankert, darunter Hamburg, München und Berlin. Auch in Industriebetrieben und auf Veranstaltungen kann das System eingesetzt werden – so wird es z. B. zusätzlich zum „normalen“ Betrieb in Hamburg als „FlutWarn“-System für den Hafen eingesetzt sowie in München als Informationskanal für die Aussteller des Oktoberfests. Im Gefahrenfall erhalten die jeweiligen Nutzer gezielte Warninformationen, z. B. durch die verantwortliche Feuerwehrleitstelle. Als ein ergänzendes Alarmierungssystem, das zusätzlich zu Sirenen und Lautsprecheransagen der Feuerwehren und Polizei warnt, setzt KATWARN vor allem auf die „Hilfe zur Selbsthilfe“: Neben dem wichtigen „Weckeffekt“ bietet es konkreten Verhaltenshinweisen und bindet die Menschen so in die Schutzmaßnahmen ein. Dies ist insbesondere auch für gehörlose Menschen eine wichtige Ergänzung zu den akustischen Warnsignalen von Sirenen und Lautsprechern. Darüber hinaus bietet das System Anknüpfungspunkte für weitere Nutzungen, sei es für moderne Sirenen mit Sprachausgabe oder die Anbindung von Gebäudesteuerungssystemen. In Pilotprojekten wurde z.B. das automatische Öffnen und Schließen von Schleusen bei Extremniederschlägen getestet. Auch ein Einsatz in öffentlichen Gebäuden wie z.B. Schulen, um Türen und Fenster automatisch zu öffnen oder zu schließen, ist ein mögliches Szenario. Für diese Nutzung des Potenzials, das bereits heute in alltäglich verwendeten Technologien steckt, ist KATWARN 2013 als ein „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ geehrt worden, ein Preis der durch die Bundesregierung und den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) initiiert wurde.

KATWARN steht auch Ihnen kostenlos zur Verfügung:

Die KATWARN-App gibt es kostenlos für iPhone und Android Phones. Sie bietet ortsbasierte Warnungen und Verhaltenshinweise zum aktuellen Standort sowie zusätzlich zu zwei wählbaren Orten. Diese Auswahl kann zu jeder Zeit aufgehoben, angepasst und bei Bedarf ausgeschaltet werden.

Alternativ bietet KATWARN kostenlose Warnungen per SMS / E-Mail zum Gebiet einer registrierten Postleitzahl. SMS an Servicenummer 0163 755 88 42: „KATWARN 12345 muster-mann@mail.de (für Postleitzahl 12345 und optional E-Mail).

Eine Übersicht der Orte, an denen KATWARN derzeit in Betrieb ist sowie wichtige Nutzungshinweise:

 

Autor

Niklas Reinhardt
Leitung Kommunikation/Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Innovationszentrum für Öffentliche Sicherheit/Kompetenzzentrum Electronic Safety Systems ESPRI
Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
Kaiserin-Augusta-Allee 31, 10589 Berlin
Tel: +49 30 34 63 - 7594
Mobil: +49 170-85 81 748
Fax: +49 30 34 63 - 997594